Historische Zinnwäsche
Die erste urkundliche Erwähnung unseres Museumsgebäudes stammt aus dem Jahr 1577, als Hieronymus Naumann die bereits bestehende Erzwäsche kaufte. Demgemäß trug das Gebäude in früheren Jahrhunderten den Namen "Naumann-Mühle".
Mit der Bildung des Grubenunternehmens "Zwitterstocksgewerkschaft" 1663/64 wurde sie umbenannt in
"IV. zwitterstocksgewerkschaftliche Wäsche".
Diese Pochwäsche ist der letzte erhaltene Sachzeuge eines umfangreichen Systems von früheren Aufbereitungsanlagen im Tal des Tiefenbaches zwischen den Städten Altenberg und Geising. Die alte IV. Wäsche gilt heute aufgrund ihres Alters, ihrer Größe und Ausstattung als einzigartig in Europa. Mit ihrer gebietstypischen Architektur zählt sie zu den wertvollsten technischen Kulturdenkmalen des Erzgebirgsraumes.
In den Pochwäschen wurde das zutage geförderte Erz zu feinem Schlamm zerkleinert.
Anschließend konnte der wertvolle Zinnstein auf Maschinen und Apparaten unter Zugabe von Wasser ausgewaschen werden. Das erzeugte Erzkonzentrat wurde schließlich in den Schmelzhütten zu Reinzinn verschmolzen.
Der gesamte Aufbereitungsprozeß für das Altenberger Erz in seiner technischen Entwicklung kann im Museum anschaulich an historischen Aufbereitungsanlagen demonstriert werden. Das 40-stemplige Pochwerk für die Gesteinszerkleinerung sowie die Langstoßherde mit Wasserradantrieb und weitere Anlagen für das Auswaschen des Erzes machen die frühere Arbeit in den Erzwäschen für Auge und Ohr erlebbar.
Der technikgeschichtliche Teil wird ergänzt durch die Museumsausstellungen und wechselnde Sonderausstellungen im Obergeschoß des denkmalgeschützten Gebäudes.

Wissen Sie, wozu der Aufbereiter einen "Herd" brauchte und warum er am Rande der "Hölle" arbeitete?
Wir erklären es Ihnen gern bei einer Führung in der Historischen Zinnwäsche!
© by Christina Schröder