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Cinovec - Böhmisch Zinnwald

Böhmisch-Zinnwald ist in seiner geschichtlichen Entwicklung stark vom Zinnbergbau geprägt. Die Ortschaft wurde von der böhmischen Bergstadt Graupen her besiedelt. Im Jahr 1540 erwähnte man erstmals 14 Häuser für Böhmisch-Zinnwald. Jahrhundertelang lebte der Ort vor allem von umfangreichen Zinnerzvorkommen, die sich zu etwa 2/3 auf böhmischem Gebiet befanden.
Die das Zinnwalder Erzvorkommen querende Landesgrenze zwischen Sachsen und Böhmen wurde bereits 1459 im Vertrag von Eger festgelegt. Territorial war die Zinnwalder Lagerstätte sogar dreigeteilt:
Während der sächsische Teil Grundbesitz der Familie von Bünau auf Schloß Lauenstein war, unterschied man auf böhmischer Seite den Biliner Teil und den Graupener Teil.

Der Biliner Teil gehörte zur Herrschaft des Fürsten Lobkowitz in Bilin (Bilina/ CZ), der Graupener den vielfach wechselnden Grundherren der Bergstadt Graupen (Krupka/ CZ). Der Graupener Teil Zinnwalds fiel 1710 an die Familie des Fürsten Clary - Aldringen in Teplitz (Teplice/ CZ).
Ende des 19. Jh. kam zum Zinnbergbau die Gewinnung von Wolfram hinzu. Nach der Annexion des Sudetenlandes durch das Deutsche Reich wurden in den Jahren 1940-42 die Betriebsanlagen erweitert durch die Modernisierung des Militärschachtes und den Neubau der Erzaufbereitung. Neben der Beschäftigung im Bergbau sicherten sich die Anwohner ihre Existenz durch die spärliche Landwirtschaft und Kleinhandwerk, insbesondere Stroh- und Bastflechten. Zu Beginn des 20. Jh. gewinnt der Ausflugstourismus und der Wintersport auch in Böhmisch-Zinnwald zunehmend Bedeutung.
In der 1. Hälfte des 20. Jh. zählte man hier 2 Hotels und 7 Gasthäuser! Der Ort bestand aus den Siedlungsgebieten Hinterzinnwald und dem heute nicht mehr existierenden Vorderzinnwald. In Hinterzinnwald lebten vor 1945 etwa 1500 Bewohner in 280 Gebäuden. Nach Kriegsende 1945 wurde die sudetendeutsche Bevölkerung nach Deutschland vertrieben und fast 200 Häuser abgerissen. Der Ort erhielt 1950 seinen tschechischen Namen Cínovec (Zinnberg) und ist heute Ortsteil der Stadt Dubi. Der Bergbau in Böhmisch-Zinnwald wurde erst im November 1990 eingestellt.