Wappen Geising

Geising

Nachdem vom böhmischen Graupen aus die Bachläufe auf Zinn durchsucht wurden, ging man am Südhang des Gebirgskammes schon im 13./14. Jh. zum Tiefbau über.
Nach 1430 wurde auch die sächsische Seite des Gebirgszuges intensiv nach Zinn durchsucht. Mit der Entdeckung der ausgedehnten Zinnlagerstätte Altenberg entstanden im nahegelegenen Geisinggrund am Tiefenbach Aufbereitungsanlagen für das geförderte Erz. 1453 erhielten die Bewohner des Geisinggrundes Stadtrecht.
Östlich des Geisingbaches auf Lauensteiner Flur wurden 1462 ebenfalls Bergleute angesiedelt, die sofort städtische Rechte erhielten.
Diese Siedlung wurde im Unterschied zur bestehenden Siedlung Altgeising nun Neugeising genannt. Während Altgeising zum kurfürstlichen Amt Altenberg gehörte, erlangte Neugeising bergbauliche Bedeutung durch das 1475 eingerichtete Vasallenbergamt, das den Grundherren von Lauenstein unterstand und ab 1736 seinen Sitz im Gebäude des heutigen Gasthauses "Ratskeller" hatte. Der überwiegende Teil der arbeitsfähigen Männer war in den Gruben von Altenberg und Zinnwald beschäftigt. Der starke Rückgang des Bergbaus im 19. Jh. führte 1851 zum Erlöschen des Bergamtes. Handwerk und Kleinindustrie wurden zur Erwerbsquelle für die Bevölkerung. Zu den Haupttätigkeiten zählten die Strohflechterei sowie die Arbeit in den zum Teil zu Sägewerken, Holzverarbeitungsbetrieben oder Fabrikanlagen (u.a. Zinnfolienherstellung, Feinmechanik) umgebauten Pochmühlen. 1857 wurden Alt- und Neugeising vereinigt. Zu Beginn des 20. Jh. führte die Zunahme des Ausflugsverkehrs und die Entwicklung des Wintersports zu einer wirtschaftlichen Belebung des Ortes. 1905 fanden in Geising erste Wintersportmeisterschaften statt. Der Bau der Natureis-Bobbahn, von Sprungschanzen und Abfahrtsstrecken machten Geising zur Wiege des Wintersports im Osterzgebirge. Die Bedeutung als Erholungsort blieb bis heute erhalten. Zur Bewahrung des Ortsbildes und der historischen Bausubstanz wurde der alte Stadtkern 1960 unter Denkmalschutz gestellt.

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